Website-Analyse von 4542 Schweizer Architektur-Büros

Analyse von 4542 Architektur-Büros: 24% ohne Website, Durchschnittsscore 77.2. Schöne Websites, aber Impressum fehlt bei zwei Dritteln.

VergleicheBen Zumbrunn4 min
Website-Analyse von 4542 Schweizer Architektur-Büros

Architekten gestalten Räume. Sie haben ein geschultes Auge für Ästhetik, Proportionen und Details. Doch wie sieht es mit ihren eigenen Websites aus? Wir haben 4'543 Schweizer Architektur-Büros analysiert. Das Ergebnis: Form vor Funktion.

Die Zahlen im Überblick

24% der Architektur-Büros haben keine eigene Website. Von 4'543 analysierten Unternehmen verfügen 3'440 über einen eigenen Webauftritt.

Das ist der beste Wert aller bisher analysierten Branchen. Besser als Treuhand (41% ohne Website) und deutlich besser als Marketing-Agenturen (53%). Architekten wissen: Ein Portfolio braucht eine Bühne.

Die Websites, die es gibt

Von den 3'440 Websites konnten wir 3'304 erfolgreich analysieren. Der Durchschnittsscore liegt bei 77.2 von 100 Punkten. Solide, aber mit Luft nach oben.

Score-Verteilung im Überblick

94% der Architekten-Websites erreichen mindestens 60 Punkte. Keine einzige fällt in den kritischen Bereich. Die Branche investiert in ihren Webauftritt.

Das Paradox: Schön, aber nicht immer konform

Architekten-Websites sehen oft beeindruckend aus. Grosse Bilder, sauberes Design, viel Weissraum. Aber: Die Ästhetik geht auf Kosten der Grundlagen.

Impressum fehlt bei zwei Dritteln

Nur 32.6% haben ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung. Das ist der schlechteste Wert aller bisher analysierten Branchen. Schlechter als Marketing-Agenturen (49.8%) und Treuhand-Firmen (51.6%).

Das ist nicht nur ein rechtliches Risiko. Es ist auch ein Vertrauensproblem. Wer ein Haus bauen lässt, will wissen, mit wem er es zu tun hat.

Überschriften-Struktur wird ignoriert

Nur 44.9% haben eine korrekte H1-H6-Struktur. Viele Architekten-Websites setzen auf visuelle Hierarchie statt semantische. Das sieht gut aus, aber Suchmaschinen verstehen die Seite nicht.

Meta-Tags fehlen bei der Hälfte

Nur 48.4% haben SEO-optimierte Titel und Beschreibungen. Wer nach «Architekt Brugg» sucht, findet viele dieser Büros nicht.

Wo die Branche punktet

Architekten-Websites haben klare Stärken:

Schweizer Präsenz:

  • 91.2% nutzen eine .ch-Domain
  • 61.1% hosten in der Schweiz
  • Swiss Compliance-Score von 81.5 Punkten

Technische Grundlagen:

  • 93.0% erfüllen die Core Web Vitals
  • 90.6% haben ein gültiges SSL-Zertifikat
  • 86.1% haben akzeptable Ladezeiten

Barrierefreiheit besser als andere:

  • 64.3% erfüllen die Farbkontrast-Anforderungen. Besser als Marketing (40.9%) und Treuhand (44.6%).
  • 84.4% erreichen einen guten Accessibility-Score

Performance: Überraschend gut

Mit 71.1 Punkten liegt die Performance im guten Bereich. Überraschend, denn Architekten-Websites sind oft bildlastig.

  • 86.1% haben akzeptable Ladezeiten
  • 63.3% laden JavaScript effizient
  • 99.9% optimieren ihre Bilder korrekt

Laut einer Google-Studie steigt die Absprungrate um 123%, wenn die Ladezeit von einer auf zehn Sekunden anwächst. Die meisten Architekten-Websites sind hier gut aufgestellt.

Was die Besten richtig machen

Die Top-Performer mit Scores über 95 Punkten zeigen: Es geht beides. Schönes Design und technische Sauberkeit.

Struktur trotz Ästhetik: Korrekte Überschriften-Hierarchie, auch wenn das Design minimalistisch ist.

Vollständigkeit: Impressum, Datenschutz, Kontaktdaten. Alles vorhanden.

SEO-Grundlagen: Meta-Tags gepflegt, XML Sitemap vorhanden, robots.txt korrekt.

Bildoptimierung: Grosse Portfolio-Bilder, aber richtig komprimiert.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  1. 24% haben keine Website. Der beste Wert aller analysierten Branchen. Architekten brauchen ein Portfolio.

  2. Impressum fehlt bei zwei Dritteln. Der schlechteste Wert aller Branchen. Ein vermeidbares rechtliches Risiko.

  3. SEO wird vernachlässigt. Überschriften-Struktur und Meta-Tags fehlen oft. Die Websites sehen gut aus, werden aber nicht gefunden.

  4. Performance ist überraschend gut. Trotz vieler Bilder laden die Seiten schnell.

  5. Farbkontrast ist besser als bei anderen. Architekten haben ein Auge für Lesbarkeit.

Was können Architektur-Büros tun?

Quick Wins für sofortige Verbesserung:

  • Impressum und Datenschutzerklärung ergänzen
  • Überschriften-Struktur korrigieren (H1 für Haupttitel, H2 für Abschnitte)
  • Meta-Titel und -Beschreibungen für alle Seiten verfassen
  • XML Sitemap erstellen und bei Google einreichen

Langfristige Massnahmen:

  • SEO-Strategie entwickeln
  • Regelmässig neue Projekte mit strukturierten Texten publizieren
  • Alt-Texte für Portfolio-Bilder pflegen

Fazit

Mit einem Durchschnittsscore von 77.2 Punkten schneiden Schweizer Architektur-Büros solide ab. Die Websites sehen oft beeindruckend aus. Kein Wunder bei einer visuell orientierten Branche.

Das Problem: Form geht vor Funktion. Impressum fehlt bei zwei Dritteln. Überschriften werden ignoriert. Meta-Tags vernachlässigt. Die Websites sind schön, aber nicht leicht auffindbar und nicht konform.

Die Top-Performer zeigen, dass es anders geht. Ästhetik und Struktur schliessen sich nicht aus. Ein gutes Gebäude hat beides: schöne Fassade und solides Fundament. Für Websites gilt dasselbe.

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Ben Zumbrunn
Ben ZumbrunnGründer von webscore.ch
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